
Schönberger Neujahrsempfang im Geiste der gegenseitigen Wertschätzung und des bürgerschaftlichen Engagements
Der Neujahrsempfang der Gemeinde Schönberg am vergangenen Freitag stieß auf große Resonanz und ließ die über 180 Gäste im vollbesetzten Saal des „Villa Tripaldi“ nach drei Stunden Programm begeistert und zufrieden ins neue Jahr 2026 starten. Die Veranstaltung zeichnete sich durch einen informativen und abwechslungsreichen Ablauf aus, der von der stimmungsvollen musikalischen Begleitung des „Duett Gelöt“ umrahmt wurde. Souverän moderiert wurde der Abend von der Bürgervorsteherin Christine Nebendahl.
Im Mittelpunkt des Empfangs stand die Verleihung des Bürgerpreises sowie der Jahresrück- und Ausblick des Bürgermeisters Peter A. Kokocinski. Der Bürgerpreis 2025 wurde in diesem Jahr an das Aktionsbündnis „Schönberg bleibt bunt“ verliehen. Die Initiative wurde für ihr Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ausgezeichnet, insbesondere für die Organisation der bislang größten Demonstration zu diesem Thema in Schönberg im Jahr 2024. Jana Krüger ging als Sprecherin des Bündnisses in Ihrer Dankesrede auf deren Ziele wie der Stärkung der Demokratie, der Unterstützung der Integration und der Inklusion sowie dem Werben dafür, Diskriminierung von Minderheiten zu verhindern, ein. „Alle Menschen verdienen Respekt und gleiche Rechte – unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht und sexueller Orientierung und deshalb ist heute wichtiger den je die Stimme gegen Hass und Hetze und für Vielfalt und Toleranz zu erheben“, so Krüger. Jeden ersten Dienstag im Monat lädt das Bündnis „Schönberg bleibt bunt“ Interessierte zu einem offenen Stammtisch ein, der um 19.30 Uhr in der Schönberger Sportsbar „Oxyd“ in der Ostseestraße 7 stattfindet.
In dem anschließenden Jahresrück- und Ausblick ging Bürgermeister Peter A. Kokocinski auf konkrete größere Projekte der Gemeinde ein, wie den Bau der „Binnenpromenade Kalifornien“ (7,4 Mio Euro), die Sanierung der Straße Eichkamp (3,1 Mio Euro), die beide in diesem Jahr fertiggestellt werden sollen, sowie den neuen Kunstrasenplatz (1,4 Mio Euro), der bereits in 2025 fertiggestellt wurde. „Die Jahre 2025 und 2026 sind ganz besondere Jahre, sie sind Jahre des Bauens und Gestaltens und damit zugleich des Schaffens von Vermögenswerten“, unterstrich Bürgermeister Kokocinski die aktuelle Umsetzung dieser Investitionen. Allein für diese drei Projekte ist es der Gemeinde gelungen, 5,6 Mio Euro Förderung nach Schönberg zu holen, wie der Bürgermeister weiter stolz mitteilte.
Er griff aber auch grundsätzliche Fragen des bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements auf und ging dabei auf die Bedeutung des Ehrenamts und die verschiedene Vereinsjubiläen ein, sowie auf die in 2026 anstehenden Jubiläen der Schönberger Seebrücke (25 Jahre) und des Museumsbahnhofs (50 Jahre) am Schönberger Strand.
Ebenso wurden von ihm die Folgen des anhaltenden Krieges in der Ukraine, der gesellschaftliche Umgang mit Extremismus sowie die Rolle der AfD thematisiert wie die insgesamt angespannte weltpolitische und wirtschaftliche Lage. Dabei betont er, wie wichtig Zusammenhalt, demokratisches Engagement und eine aktive Zivilgesellschaft auch auf kommunaler Ebene sind.
„Wenn wir heute auf die Welt blicken, dann sehen wir eine politische Lage, die viele Menschen verunsichert. Kriege, internationale Spannungen, Polarisierung in der Gesellschaft, ein rauer werdender Ton in politischen Debatten – all das macht etwas mit uns. Gerade in solchen Zeiten entscheidet sich, wer wir sein wollen. Als Gesellschaft. Als Gemeinde. Als Menschen“, nahm Bürgermeister Peter A. Kokocinski zu diesen Themen Stellung. „„Menschlichkeit“ oder „Wertschätzung“ – das wären meine Wörter für das Jahr 2026. Menschlichkeit bedeutet, den anderen nicht zuerst als Problem zu sehen, sondern als Mitmenschen. Wertschätzung bedeutet, zuzuhören, respektvoll zu streiten und Unterschiede auszuhalten“, so Kokocinski weiter.
„Diese Werte beginnen nicht in Berlin, Brüssel oder Washington und schon gar nicht in Moskau. Sie beginnen hier – in unseren Familien, in unseren Vereinen, in der Nachbarschaft, in unserer Gemeinde Schönberg. Wenn uns das gelingt, dann können wir auch den großen Herausforderungen unserer Zeit mit Zuversicht begegnen“, beendete der Bürgermeister seine Rede – aber nicht ohne dabei auch abschließend den ehrenamtlichen Mitgliedern der Gemeindevertretung, der Ausschüsse und Beiräte sowie den Mitarbeiterinnen den Mitarbeitern der Gemeinde und der Amtsverwaltung für die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit zu danken.
Zu Beginn des Abends erfolgte vorweg unter der Moderation der Bürgervorsteherin und des Bürgermeisters statt Grußworten eine Talkrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung. Darin kamen Kreispräsidentin Hildegard Mersmann, Landtagsabgeordneter Werner Kalinka, Amtsvorsteher Wolf Mönkemeier, Amtsdirektor Christian Hasler und Schulverbandsvorsteher Lutz Schlünsen zu Wort. Neben kommunalpolitischen Themen wurden in den Redebeiträgen auch die nationalen und globalen Herausforderungen angesprochen. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt lag auf den Themen Bildung und Sport. Vorgestellt wurden u.a. vom Schulverbandsvorsteher Schlünsen die Schulneubauten nach dem Brand des Schulgebäudes sowie die Fertigstellung des Neubaus der großen Sporthalle, die als moderne und dauerhaft nutzbare Einrichtungen beschrieben wurden. Im Zusammenhang mit dem Kunstrasenplatz lobte Kreispräsidentin Hilla Mersmann ausdrücklich die Entscheidung der Gemeinde für einen hochwertigen Nonfill-Belag ohne Mikroplastikgranulat. „Diese Lösung sei zwar kostenintensiver, biete jedoch einen geringeren Pflegeaufwand und eine deutlich bessere Umweltbilanz“, so die Kreispräsidentin.
In der Talkrunde hob Landtagsabgeordneter Kalinka mehrere Projekte hervor, die vom Land auf den Weg gebracht, begleitet oder finanziell unterstützt wurden. Dazu zählen die Sanierung der Landesstraße L 50 einschließlich des Radweges zwischen Schönberg und Probsteierhagen sowie die Sanierung des Radweges von Probsteierhagen bis Schönkirchen. Ebenfalls angesprochen wurde die Ertüchtigung der Bahnstrecke Hein Schönberg, deren Fertigstellung bis Schönberg für Ende 2027 vorgesehen ist. Weitere Themen waren die Sanierung von Straße und Radweg zwischen Schönberg und Krummbek sowie der Ausbau der Ganztagsbetreuung an der Schule.
Zum Abschluss des Empfangs hatten die Vereine und Verbände das Wort, die in ihren Beiträgen das hohe Engagement und die Vielfalt des ehrenamtlichen Lebens in Schönberg widerspiegelten. Der Neujahrsempfang machte insgesamt deutlich, wie vielfältig und lebendig das kommunale Leben in Schönberg ist und wie viele Projekte, Initiativen und engagierte Menschen die Gemeinde prägen.







